Ransomware ist der Angriff, der einen Betrieb von einem Morgen auf den anderen stilllegt. Die Rechner starten, aber kein Programm öffnet eine Datei. Auf dem Bildschirm steht eine Lösegeldforderung.
Das betrifft längst nicht nur Konzerne. Nach dem Lagebericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab es von Juli 2024 bis Juni 2025 in Deutschland 950 bekannt gewordene Ransomware-Angriffe. In 80 Prozent der Fälle traf es kleine und mittlere Unternehmen. In der Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2026“ gaben 25 Prozent der befragten Unternehmen an, von Ransomware getroffen worden zu sein.
Das BSI hat zehn Maßnahmen zusammengestellt, die vor solchen Angriffen schützen. Dieser Beitrag übersetzt sie in konkrete Schritte für einen mittelständischen Betrieb.
Was ist Ransomware?
Ransomware ist Schadsoftware, die Daten auf Rechnern und Servern verschlüsselt und sie damit unbrauchbar macht. Für die Entschlüsselung verlangen die Angreifer Lösegeld. Häufig kopieren sie die Daten vorher und drohen zusätzlich mit der Veröffentlichung. Der Name setzt sich aus dem englischen „ransom“ für Lösegeld und „Software“ zusammen.
Die Verschlüsselung ist dabei nur der letzte Schritt. Davor verschaffen sich die Angreifer Zugang, sehen sich oft tagelang unbemerkt im Netz um und suchen gezielt nach der Datensicherung. Wie dieser Ablauf aussieht und an welchen Stellen Betriebe typischerweise angreifbar sind, beschreibt unser Beitrag Cybersicherheit im Unternehmen.
Die zehn Maßnahmen des BSI, übersetzt für den Mittelstand
| Maßnahme laut BSI | Was das in Ihrem Betrieb heißt |
|---|---|
| Patches und Updates | Updates auf Rechnern, Servern, Firewall und Netzwerkgeräten zeitnah einspielen. Firewall und alles, was aus dem Internet erreichbar ist, zuerst. |
| Remote-Zugänge | Fernzugänge nur über VPN mit zweitem Faktor. Alte Zugänge früherer Dienstleister schließen. |
| E-Mails und Makros | Makros in Office-Dateien standardmäßig sperren. Mitarbeitende schulen, verdächtige Mails zu melden. |
| Ausführen von Programmen | Nur freigegebene Programme zulassen. Mindestens verhindern, dass Programme aus Download- und Benutzerordnern starten. |
| Virenschutz | Schutzsoftware nutzen, die ungewöhnliches Verhalten erkennt, nicht nur bekannte Schadsoftware. |
| Administratorkonten | Administratorrechte nur auf eigenen Konten, die nicht für E-Mail und Internet genutzt werden. Jedes davon mit zweitem Faktor. |
| Netz aufteilen | Büro, Produktion, Gäste und Server in getrennte Netzbereiche legen, damit sich ein Befall nicht überall ausbreitet. |
| Backups und zentrale Datenhaltung | Daten zentral ablegen und regelmäßig sichern. Eine Kopie getrennt vom Netz aufbewahren. |
| Benutzerverwaltung absichern | Den zentralen Anmeldedienst im Netz (meist das Active Directory) gezielt härten, weil Angreifer ihn als Erstes suchen. |
| Notfallplan | Kritische Systeme festlegen, Wiederherstellung üben, wichtige Telefonnummern auf Papier bereithalten. |
Warum das Backup über den Ausgang entscheidet
Gegen Ransomware gibt es keinen vollständigen Schutz. Was es gibt, ist die Gewissheit, nach einem Angriff wieder arbeiten zu können. Das hängt fast allein an der Datensicherung.
Angreifer wissen das. Deshalb suchen sie die Sicherung, bevor sie verschlüsseln, und löschen oder verschlüsseln sie mit. Eine Sicherung, die im selben Netz hängt und mit denselben Zugangsdaten erreichbar ist, hilft im Ernstfall nicht.
Das BSI verlangt deshalb ein Offline-Backup: eine Kopie, die nach dem Sichern vom übrigen Netz getrennt ist. Und es verlangt, die Wiederherstellung praktisch zu testen. Drei Fragen, die Sie heute klären können:
- Gibt es eine Kopie, die ein Angreifer im Netz nicht erreichen kann?
- Wann wurde zuletzt eine komplette Wiederherstellung ausprobiert, und wie lange hat sie gedauert?
- Sind auch die Daten in Microsoft 365 gesichert?
Der letzte Punkt wird oft übersehen. Dateien in OneDrive und SharePoint werden mit dem befallenen Rechner synchronisiert, und die Papierkörbe von Microsoft haben feste Fristen. Was eine Sicherung für Microsoft 365 leisten muss, lesen Sie im Beitrag Microsoft 365 Backup.
Was tun, wenn es passiert ist?
In den ersten Stunden entscheidet sich, wie groß der Schaden wird. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Betroffene Rechner vom Netz trennen. Netzwerkkabel ziehen, WLAN aus. Die Geräte nicht ausschalten, damit Spuren erhalten bleiben.
- Sofort den IT-Dienstleister informieren. Nicht selbst versuchen, Schadsoftware zu entfernen oder Daten zurückzuspielen.
- Sicherungen schützen. Prüfen lassen, ob die Sicherung betroffen ist, bevor irgendetwas wiederhergestellt wird.
- Meldepflichten prüfen. Bei personenbezogenen Daten kann eine Meldung nach der DSGVO nötig sein, für betroffene Unternehmen zusätzlich nach NIS2. Die Fristen dazu stehen im Beitrag NIS2 im Mittelstand.
- Anzeige erstatten. Die Polizei hat für Unternehmen eigene Ansprechstellen für Cyberkriminalität.
Ob ein Lösegeld gezahlt wird, entscheidet die Geschäftsführung. Klar sein sollte dabei: Eine Zahlung garantiert weder, dass die Daten entschlüsselt werden, noch dass kopierte Daten nicht trotzdem veröffentlicht werden. Ein getestetes Backup macht diese Entscheidung in den meisten Fällen überflüssig.
Wo steht Ihr Betrieb?
Die meisten Betriebe wissen nicht genau, wie viele der zehn Punkte bei ihnen erfüllt sind. Dafür gibt es unseren Cybersicherheits-Check. Er ist für Sie kostenfrei.
Wir nehmen Mail-Sicherheit, Endgeräte, Fernzugänge, Datensicherung, Berechtigungen und Update-Stand auf. Sie erhalten eine Übersicht, die zwischen kritisch, mittel und strategisch unterscheidet. Damit wissen Sie, was zuerst passieren muss.
Wenn Sie möchten, setzen wir die Maßnahmen danach Schritt für Schritt um. Bei Firewalls setzen wir ausschließlich auf deutsche Hersteller. Im Ernstfall reagieren wir in unter 180 Minuten. Welche Leistungen dazugehören, finden Sie auf unserer Seite zur IT-Sicherheit. Wer seine Abwehr regelmäßig von außen testen lassen will, findet mehr im Beitrag Pentest as a Service.
Häufige Fragen
Wie schütze ich mein Unternehmen vor Ransomware?
Sind kleine Betriebe überhaupt ein Ziel für Ransomware?
Hilft ein Virenscanner gegen Ransomware?
Sollte man bei einem Ransomware-Angriff Lösegeld zahlen?
Sind Daten in Microsoft 365 vor Ransomware sicher?
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